Weihnachtsgeschichten

Eine wahre Weihnachtsgeschichte!

Peter und ich besuchten am 22.12.2015 unsere 88 jährige Mutter in Altenmarkt und sie steckte uns ein Kuvert zu und sagte: „Kauft euch etwas das ihr gerne habt, für mich ist das Einkaufen schon zu anstrengend“. Ich nahm es und steckte es in einen Sack in dem auch Bettwäsche von unserer Uroma drinnen war. Nach dem Abschied fuhren wir noch schnell zum Einkaufen. Da wir keinen Korb im Auto hatten, leerte ich die Bettwäsche auf den hinteren Autositz, an das Kuvert hatte ich nicht mehr gedacht. Erst als wir zu Hause das Auto ausräumten, kam der Schreck, das Kuvert mit 600€ Inhalt war weg! Es konnte eigentlich nur beim Herausnehmen der Bettwäsche rausgerutscht sein. Da es schon Abend war und wir in Russbach wohnen, riefen wir unsere Mutter an und diese bat einen Nachbarn auf dem Parklatz vom Geschäft zu suchen. Leider – wie zu erwarten, war  nichts mehr zu finden. Ein Anruf bei MPreis am morgen ergab auch nichts, aber sie notierten sich unsere Telefonnummer und siehe da, eine Viertelstunde später kam ein Anruf, Herr Alois Maier aus Flachau hat unser Kuvert am Parkplatz gefunden und mit nach Hause genommen. Gleich in der Früh rief er im Geschäft an, und erkundigte sich,ob jemand das verlorene Kuvert vermisst hat! Herr Maier hat das Kuvert übrigens nur aufgehoben, weil er keinen Müll auf der Strasse liegen lässt, erst zu Hause vor dem Entsorgen öffnete er das Kuvert, weil er die Schrift eines alten Menschen sah und nun doch neugierig war, was wohl im Kuvert ist – wie erstaunt war er als er die Summe Geld sah, die darin enthalten war, wie schon geschrieben machte er sich auf die Suche nach den Besitzern! Nun freuen wir uns ganz besonders über so viel Ehrlichkeit! Wie man am Foto sieht, sind übers Kuvert schon einige Autos gefahren, Fußgänger gegangen …

Finderlohn nahm Herr Maier nicht an, diesen haben wir an die Griechenlandhilfe überwiesen, so kommt sie Menschen zugute, denen es leider nicht so gut geht wie uns.

Mir war in diesem Jahr schon einmal ein Portmonee aus einer Tasche in einer Tiefgarage in Hallein gefallen, selber Inhalt, also ca. 600€ aber auch Mastercard, ecard … noch bevor ich draufkam dass das alles fehlt, bekam ich einen Anruf von Herrn Haslauer aus Grödig dass er mein Portmonee gefunden hat und ich könne es bei ihm abholen! Nicht auszudenken wie nervös ich geworden wäre, hätte ich den Verlust schon vorher bemerkt!

Ist es nicht schön dass es noch so ehrliche Menschen gibt? Von mir ein großes Danke an die beiden ehrlichen Finder (Christkindln)!

Das 1968er Jahr – ein Schicksalsjahr für unsere Familie!

Der Christbaumklau!

Ich bin auf der Alm aufgewachsen und da ich nur ein Mädchen war, gab es weder eine gscheite Schulbildung noch eine Lehre für mich. Ich bediente die Gäste und das machte mir auch Spass. Im 68er Jahr gab es Österreichweit einen Aufruf den freundlichsten Kellner bzw. die freundlichste Kellnerin von Österreich zu ermitteln. War man nett zu den Gästen, bekam man einen Kupon und wer nach der Sommersaison die meisten davon hatte, hatte gewonnen.

Im 68er Jahr, war es auch, dass meine Eltern zum ersten Mal am Saisonende einen gemeinsamen Urlaub mit uns machten, das heißt, mein kleiner Bruder Klaus durfte oder konnte nicht mit, da er noch zur Schule ging. Er wurde kurzerhand beim Nachbarbauern, ca eine halbe Stunde von unserer Alm entfernt untergebracht. Mama Papa, Bruder Franzi und ich fuhren mit unserem blauen VW Bus nach dem damaligen Jugoslawien an die Rivera von Magaska.  

Ein Schiffsausflug auf eine der nächstliegenden Inseln wurde gemacht und nach einem gemütlichen Aufenthalt von einigen wenigen Stunden dort, hat es mein Bruder geschafft sich Hals über Kopf in eine Inselschönheit zu verlieben. Wir schafften es nicht ihn dazu zu bewegen mit uns das Schiff zu besteigen und an Land zurück zu fahren. Kleiner Schock für meine Eltern, aber der weitaus grössere sollte noch folgen. Wieder im Hotel angekommen, wedelte schon der Portier mit einem Zettel in der Hand meinen Vater an die Rezeption. Ein Telegramm von zu Hause, vom Bürgermeister brachte uns die traurige und schockierende Nachricht, dass unsere geliebte Alm vermutlich durch Blitzschlag abgebrannt war.  Es war furchtbar! Aber was sollten wir jetzt machen, mein lieber Bruder war ja weil ihn ein Pfeil Amors getroffen hatte, auf der Insel geblieben. 1000 Km von daheim entfernt mit dem Wissen, dass wir kein zu Hause mehr haben, entschied Papa noch eine Nacht im Hotel zu bleiben und das erste Schiff von der Insel abzuwarten, in der Hoffnung mein Bruder ist drauf und das war er dann auch. Ich bin mir nicht sicher ob mein Bruder damals schon einen Führerschein hatte, jedenfalls fuhr er die ganze lange Streckemit dem Bus nach Hause, Papa war fix und fertig. 

Daheim angekommen, war ausser einer rauchenden Ruine nichts mehr von unserem Heimathaus übrig geblieben. Es war Mitte Oktober, die Nächte waren schon recht kalt und uns blieb als Unterschlupf nur eine betonierte Garage unter der Terrasse. Sofort wurde, obwohl wir völlig unterversichert waren und kein Geld hatten, mit einem Neubau begonnen. Ein Architekt von der Kammer ein Vollkoffer, machte den Plan … und zu Weihnachten war der Rohbau bereits soweit fertig, dass wir zumindestens den Betrieb in der Kellerbar eröffnen konnten. Zu fünft wohnten, schliefen und arbeiteten wir von der Garage aus, auch die Arbeiter wurden darin bekocht. Es war eine arge Zeit und in diese kam die Nachricht, ich wäre freundlichste Kellnerin vom Land Salzburg und Österreichweit zweite! Angesichts der abgebrannten Alm hatte keiner eine Freude damit. Man lud mich mit einer Begleitperson nach Wien ein, wo es im Roten Salon im Wiener Rathaus einen Empfang vom Bürgermeister geben sollte. Meine Eltern wollten mich angesicht unserer Situation nicht fahren lassen. Ich setzte mich aber durch und da ich niemanden zur Begleitung hatte, stellte man mir in Wien angekommen, den Sohn von Maxi Böhm zur Seite. Gewohnt habe ich sehr nobel im ersten Bezirk im Hotel Viktoria. Es war wunderbar und gefiel mir, dass ich überall erkannt wurde. Schau, hörte ich immer wieder flüstern, s’Diandl von da Oim! Der Empfang im Rathaus war für mich sehr aufregend, irgendwie drehte sich durch unser Schicksal mit dem Abbrennen alkes um mich, das Fernsehen und einige Reporter waren da … naja ihr könnt euch schon vorstellen, wenn man auf der Alm groß geworden ist ein mords Erlebnis, auch wenn es durch ein für die Familie schlimmes Schicksal war. und auch bei Maxi Böhm war ich eingeladen. Er hatte eine der schönsten Wohnungen Wiens, es war ein toller Nachmittag. Als ich aber diese tolle Wohnung und die Krempen von Christbäumen sah, die in Wien auf den Märkten angeboten wurden, entstand in mir der Wunsch, für Maxi Böhm den schönsten Baum den ich im Wald finden konnte zu klauen. Christbaum stehlen war damals eh was ganz normales aber recht gefährlich, da gerade die Plomben aufkamen und wurde man auf frischer Tat erwischt, drohte eine hohe Geldstrafe. Um den Baum nach Wien zu schicken, mußte ich mir also irgendwie eine Plombe besorgen. Ich fragte den Stoana Bauern einen ganz gefuxten! Er sagte, kannst schon haben, mußt aber für mich auch einen Baum holen, nicht aus meinem Wald versteht sich. Ich war glücklich. Bei Tag wanderte ich durch den steilen Bergwald und bald hatte ich zwei passende Bäume gefunden. Ich hoffte, wenn ich sie in der Nacht holte, auch wieder zu finden. Es war eine wundervolle Mondhelle Nacht als ich unterwegs war die Bäume zu holen. Der Schnee knirschte unter den Füssen und Dank des Mondlichts erkannte ich auch meine beiden Bäume wieder. Es war auch Wehmut dabei als ich sie abschnitt andererseits sah ich den grossen fast drei Meter hohen Baum schon geschmückt in der schöne Wohnung von Maxi Böhm stehen, das tu ich auch heute noch. Mit viel Kraftaufwand schleppte ich die Bäume nach Hause und der grosse Baum ging auf Reise nach Wien. Gerne hätte ich bei seiner Ankunft das Gesicht von Maxi Böhm gesehen. Ich glaube er war sehr überrascht und hat sich gefreut. Wir waren dann noch einige Jahre in Kontakt, ich bekam Briefe und Päckchen und auch besuchen wollte er mich auch einmal, was aber nie passierte.  Ich jedenfalls erinnere mich sehr gerne an diese Nacht im Wald, an das Herz klopfen und die Freude, dass alles gut gegangen ist.

Kurze Weihnachtsgeschichte 

(da ist mal in einer schlaflosen Nacht die Fantasie mit mir durchgegangen) 

Draußen war es bitter kalt, der Sturm heulte und Schneeflocken tanzten im Lichtschein der aus dem Fenster fiel. Marie schaute voll Sehnsucht in die Nacht.

Heute war Heiliger Abend. Alles war anders als die Jahre zuvor. Es roch nicht nach Weihrauch, und  den Köstlichkeiten, die Mutter an diesem Abend aus dem Wenigen das sie hatten zauberte. Mutter war jetzt im Himmel und Marie stellte sich vor, wie sie im Kreise der Engel saß und sie dort die Weihnachtslieder sangen, wie früher zu Hause vor dem Christbaum. Marie war ganz alleine und unendlich traurig.

Plötzlich sah sie ein Licht auf das Haus zukommen. Glockengeläut war zu hören und ein Hoffnungsschimmer durchzuckte sie.

Wer mochte das sein? Ein Pferdefuhrwerk kam auf das Haus zu hielt vor der Haustür an. Ein dick eingemummter Mann stieg vom Schlitten, ein Paket in der Hand und ein übermütiger junger Hund sprang hinter ihm her.

Marie wurde neugierig und lief zur Tür um sie zu öffnen. Dürfen wir rein kommen fragte der Mann, wir bringen dir ein Geschenk, ein Geschenk von deiner Mutter. Sie hat mir aufgetragen am heiligen Abend zu dir zu kommen und dir diesen Hund mitzubringen damit du nicht mehr so alleine bist. Meine Frau hat mir auch noch einiges für dich eingepackt und er öffnete das Paket.

Da waren lauter gute Sachen drinnen und Marie wurde ganz warm ums Herz. Sie war nicht vergessen und nun sollte sie auch noch diesen putzigen kleinen Hund bei sich haben dürfen. Glück durchströmte sie und sie wusste, das Leben geht weiter und ihre Mutter schaute auch noch vom Himmel aus, dass es ihr hier unten gut ging.

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